Balintgruppe

In einer Balintgruppe sitzen 8–12 Teilnehmer unter der Moderation eines ausgebildeten Balintgruppenleiters zusammen. Neben klassischen Balintgruppen für Ärzte und Psychotherapeuten richten sich seit einigen Jahren integrierte Balintgruppen auch an Sozialarbeiter, Pflegepersonal und Arzthelferinnen.

Während der Gruppe beschäftigen sich die Teilnehmer mit einer Arzt/Helfer-Patient-Beziehung, die der vorstellende Kollege erhellt haben möchte. Er beschreibt die Begegnung mit einem Patienten aus der Erinnerung, ohne dass er hierzu Aufzeichnungen oder eine Krankenkartei benutzt. Es entsteht so ein erlebnis- und gefühlsnaher Eindruck vom Referenten, vom Patienten und von ihrer Beziehung zu einander.

Die Teilnehmer, die diesem Bericht zuhören, geben anschließend ihren Eindruck, ihre Gefühle und Phantasien dazu wieder. Hieraus entsteht ein komplexes Bild der Arzt/Helfer-Patient-Beziehung, das der Vortragende sich schweigend aus der Distanz in Ruhe betrachten kann. Er bekommt Anregungen für eine neue Sichtweise. Dies bietet die Möglichkeit, sich seiner Wirkung auf den Patienten bewusster zu werden und seine eigenen Verhaltensmuster zu variieren, was zu einer „begrenzten aber doch wesentlichen Wandlung in seiner Persönlichkeit“ (Balint) führen kann. Andererseits lernt der vortragende Kollege, sich stärker auf den Patienten und dessen Erleben zu konzentrieren und dadurch über die Krankheit hinaus die Gesamtpersönlichkeit, den Ganzheitsaspekt im Auge zu behalten.

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